Psychotherapie ist die Behandlung der "Seele",
nach Erkenntnissen der modernen Neurowissenschaft auch die Veränderung neuronaler Strukturen durch anderes, neu erlerntes Erleben, Verhalten und Veränderung von Einstellungen.
Psychotherapie bietet Hilfe bei Störungen des Denkens, Fühlens, Erlebens und Handelns. Dazu zählen u.a. Behandlungen nach Hirnverletzungen und Schlaganfällen, bei chronischen Erkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Ängsten, Zwängen, Depressionen, Essstörungen, Süchten, Persönlichkeitsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und -störungen bei Kindern und Jugendlichen, bei Problemen innerhalb einer Partnerschaft oder der Familie, begleitend zu medizinischen Maßnahmen, wie schwerere Operationen oder auch die Behandlung kinderloser Eltern mit Kinderwunsch, traumatisierende Ereignisse, Verlust eines nahen Angehörigen.
Wann ist eine Psychotherapie ratsam?
Wer nicht gut sieht, wird zum Augenarzt gehen und eine Brille verordnet bekommen. Mit dieser Hilfe wird er oder sie wieder gut lesen können.
Wer von seelischen Problemen geplagt wird, sollte sich ebenso nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Psychotherapie ist hier als Hilfe für die Seele zu verstehen, so wie die Krücke eine Hilfe zum Laufen ist.
Dies gilt vor allem dann, wenn die seelischen Probleme als sehr einschränkend erlebt werden, schon lange andauern oder sich mehr und mehr verschlimmern.
Rechtzeitige Inanspruchnahme einer Psychotherapie verhindert auch hier jahrelanges Leiden evtl. Medikamentenabhängigkeit und trägt somit zu einer besseren Lebensqualität bei (Menschen mit Angststörungen werden oft nach jahrelang vergeblichen Behandlungsversuchen mit Medikamenten durch Ärzte zu Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten geschickt. Das kann bedeuten, dass sie inzwischen chronisch angstkrank sind, evtl. gar zusätzlich Tabletten-abhängig, kaum noch ein "normales" Leben führen können).
Doch Vorsicht: Wer erwartet, dass Psychotherapie wie eine "Wunderpille" wirkt, hat sich getäuscht. Die Mitwirkung der/des Einzelnen ist für den Erfolg einer Psychotherapie von allergrößter Bedeutung. Deshalb ist Psychotherapie nur für diejenigen geeignet, die wirklich bereit sind, aktiv etwas an ihrem Leiden und Leben ändern zu wollen.
Psychotherapie findet in aller Regel ambulant statt, die einstündigen Termine i.d.R. wöchentlich. Bei sehr großer psychischer Instabilität, geringer Belastbarkeit, Fremd- oder Eigengefährdung ist eine stationäre Behandlung zu erwägen.
Psychotherapie sollte optimalerweise immer in Zusammenarbeit mit der behandelnden Hausärztin, dem Hausarzt oder der Psychiaterin/dem Psychiater erfolgen, falls Psychopharmaka eingenommen werden und/oder organische Krankheiten vorliegen.
Psychotherapeut - Psychiater - Psychologe, ein Begriffswirrwarr?
Ein Psychologe hat Psychologie studiert, ein Psychiater ist ein Facharzt für Psychiatrie.
Psychotherapeut können Psychologen wie auch Ärzte werden. Dazu bedarf es einer besonderen Fortbildung in z.B. Verhaltenstherapie, tiefenpsychologischer oder Gestalt-Therapie.
Psychiater behandeln vorwiegend medikamentös, währenddessen ein Psychoterapeut den Patienten mit psychologischen Mitteln unterstützt, seine/ihre "Störung" und/oder Krankheit zu erkennen und zu bewältigen. Dies erfolgt durch die Auseinandersetzung mit ihren Ursachen und der Einübung neuer Verhaltensweisen. Muss eine organische Erkrankung mitbehandelt werden, oder ist wegen einer psychiatrischen Erkrankung eine Kombination aus psychotherapeutischer und medikamentöser Behandlung notwendig, arbeitet der Psychologe/die Psychologin mit Ärzten/Ärztinnen zusammen.
Fragen Sie sich schon länger, ob Sie eine Psychotherapie brauchen?
Erwägen Sie eine Psychotherapie?
Dann wenden Sie sich vertrauensvoll an mich.
Birgit Wiegand